Die Stipendiatinnen und Stipendiaten 2025
Eren Akşahin (Profil Nachwuchs)
Eren Akşahin ist Multi-Instrumentalist und Komponist. In seinen Projekten und Werken verbindet er die Einflüsse anatolischer Volksmusik mit seiner eigenen Vision von Klang und Ästhetik. Am Konservatorium Rotterdam studierte er Weltmusik und vertiefte seine Expertise mit seinem Instrument, der Bağlama. Zuletzt leitete er Projekte wie das Theaterstück „Die Optimistinnen“ am Theater Bielefeld oder die Konzertreihe „Cemal Cemale 4“ und konzertierte in vielen musikalischen Konstellationen.
Im Rahmen des LWL-Kulturstipendiums arbeitete Eren Akşahin an einer musikalischen Erzählung für ein Ensemble aus traditionellen Instrumenten des Orients – eine Neuinterpretation der „Konferenz der Vögel“ von Fariduddin Attar. Am 18. März 2026 präsentierte er Auszüge dieser Kompositionen beim Konzert „Cemal Cemale“ in der Rudolf-Oetker-Halle in Bielefeld, übertragen von WDR3.
Dorothee Bielfeld (Profil Senior Professional)
Dorothee Bielfeld studierte nach ihrer Ausbildung zur Steinbildhauerin in Darmstadt und London Architektur. Seit 2000 ist sie als freie Bildhauerin tätig und setzt sich in ihrer künstlerischen Arbeit insbesondere mit Raum und Kommunikation auseinander.
Im Rahmen ihres Stipendiums erforschte sie das Material Lehm mit künstlerischen Experimenten in seiner regionalen Tradition und künstlerischen Anwendbarkeit. Aus der intensiven Beschäftigung sind kleine Exponate entstanden, die unter den Titeln „floating“ und „kosmos“ ihren Ursprung aus der Erde nicht leugnen und über sich hinaus in den Himmel weisen.
Miriam Michel (Profil Senior Professional)
Miriam Michel studierte Theaterwissenschaft, Soziologie und Amerikanistik sowie Szenische Forschung. Seit 2005 arbeitet sie als Regisseurin, Performerin, Dramaturgin, Dozentin und Autorin in Theater und freier Szene. Sie war Teil des Kollektivs dorisdean, das sie 2006 gründete. In Schrift, Bild, Ton und mit Collagen erforscht sie die Welt um sich herum.
Während der Stipendienzeit beschäftigte sich Miriam Michel mit Frauen, die zwischen 1945 und 1955 in Westfalen geboren wurden. Die Töchter der „ersten Nachkriegszeit“ interessieren sie wegen ihres oft „unsichtbaren" gesellschaftlichen Einflusses. Als Kinder erlebten sie die „Trümmer“, das Wirtschaftswunder und die 68er-Bewegung. Als Gastarbeiterinnen, Gräfinnen, Mütter und Care-Taker, Politikerinnen und Arbeiterinnen gestalteten diese „stillen Kämpferinnen“, so der Titel des Vorhabens, ihre Zeit mit und stellten die Weichen für die Zukunft. Sie absolvierte ein Praktikum im Stadtarchiv Bochum, führte Interviews und erarbeitete einen Katalog mit literarischen Texten und Materialien ihrer Recherche.
Kirsten Möller und Klaas Werner (Profil Dramaturgie / Kuration / künstl. Produktion)
Kirsten Möller ist Theatermacherin und Dramaturgin. Sie arbeitete u.a. am Schauspiel Dortmund und in zahlreichen Projekten der Freien Szene mit einem Schwerpunkt in Digitalen und Interaktiven Theaterformen. Klaas Werner ist Theatermacher und beschäftigt sich mit Medienkunst. Er interessiert sich u.a. für Fragen des digitalen Storytellings und für ungewöhnliche Formate. Als Teil der Gruppe Anna Kpok arbeiten sie an interaktiven (Spiel-) Räumen.
„Meine Stadt ist (k)ein Knüller in Reisekatalogen“ – ausgehend von diesem Zitat von Ilse Kibgis beschäftigten sich Kirsten Möller und Klaas Werner mit Arbeiterinnenliteratur in den Zechensiedlungen. Welche Geschichten ruhen in den Archiven? Wie bewegen wir uns durch die künstlich-dörflichen Strukturen der Gartenstädte – heute touristische Ziele, damals auch eine Brücke zwischen Westfalen und dem Ruhrgebiet, zwischen Land und Stadt. Neben Recherchen in Archiven und Exkursionen zu Gartenstädten in der Region nutzten sie das Stipendium, um sich in Software für Gaming einzuarbeiten. Perspektivisch sollen audiovisuelle Spaziergänge entstehen, die historische Texte in der Landschaft erlebbar machen.
Franziska Jäger (Profil Netzwerk im ländlichen Raum)
Franziska Jäger fordert mit ihren Gemälden und Druckgrafiken die Wahrnehmung von Formen heraus. Sie studierte Kunstgeschichte, Kunst/Kunstpädagogik sowie Kunst und Kommunikation an der Universität Osnabrück. Seither war sie mit Ausstellungen in Deutschland und unter anderem in Italien, Österreich und der Schweiz vertreten.
Mit ihrem Vorhaben „Druckgrafische Verknüpfungen“ setzte sich Franziska Jäger für den Aufbau eines Netzwerks von Druckgrafikerinnen und Druckgrafiker im ländlichen Raum ein. Sie initiierte Kooperationen und Austausche in Gütersloh, Borken und Verl.
Veranstaltungen
Kontakt
Simone Schiffer
0251 591-7511
Svenja Boer
0251 591-4086
Dr. Friederike Maßling
Referatsleiterin Kulturförderung und Kulturpartnerschaften, Geschäftsführerin LWL-Kulturstiftung
0251 591-3856
1250 Jahre Westfalen
Das Projekt „LWL-Kulturstipendien 2025“ wird von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Kulturprogramms zum Jubiläumsjahr „1250 Jahre Westfalen“ gefördert. Schirmherr des Kulturprogramms ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.